Deutsche Gesellschaft für Phlebologie

Newsletter 06-2008 BVP und DGP

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gemeinsamer Newsletter des Berufsverbandes der Phlebologen
und der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie

Neuigkeiten zur Qualitätssicherung

Das Neue Phlebo QM: Einladung zur Vorführung am Samstag, 18.10.2009
ab 13:30 Uhr (nach Kongressende)
Saal 2,  Ruhr Kongress Zentrum
Stadionring 20, 44791 Bochum

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

bevor ich auf die obige Ankündigung zu sprechen komme, möchte ich Ihnen kurz eine berufspolitischen Punkt zur Kenntnis geben:

Nach einem aktuellen Urteil des Bundessozialgerichts darf das Finanzamt keine Umsatzsteuer für ärztliche Befundberichte für Versorgungsämter verlangen. Diese seien wie eine Zeugenaussage zu bewerten und damit USt.-frei. AZ: BSG  B9SB 7/07 R

Nun zur Qualitätssicherung in der Praxis

Sie alle wissen, dass wir gesetzlich verpflichtet sind, spätestens im Jahr 2009 mit Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Struktur– und Prozessqualität in unseren Praxen begonnen zu haben. Dies kann jederzeit von den Krankenkassen in Stichproben überprüft werden und bei Nichteinhaltung zu einer Reduktion der Abrechnung führen.

Zumindest die Mitglieder des Berufsverbandes wissen auch, dass wir seitens des Berufsverbandes diesbezüglich eine  gewisse Zurückhaltung an den Tag gelegt und empfohlen haben, da lange Zeit unklar war, welcher Gesamtaufwand denn nun wirklich dafür betrieben werden muss. Neben der scheinbar sehr aufwändigen Zertifizierung nach ISO mit Überprüfung durch den  TÜV, DEKRA oder ähnliche Institutionen hatte die kassenärztliche  Bundesvereinigung ja damit geworben, dass sie mit einem KV-eigenen System QEP sehr viel einfacher und weniger aufwändig und auch weniger teuer sei.

Wenn man sich mit QEP beschäftigt, merkt man aber sehr bald, dass die Dokumentations­anforderungen sehr viel tiefer gehen als bei der ISO-Zertifizierung und Details vorschreiben, die aus unserer Sicht in keiner Weise nötig sind. Gesundheitspolitisch ist inzwischen klar, dass das Qualitätsmanagement in 2009 wenigstens die Anforderungen nach GBA (gemeinsamer Bundesausschuss) erfüllen muss.

In  unseren Diskussionen und in unserem Suchen nach einem sinnvollen phlebologie-spezifischen Qualitätssicherungsprogramm sind Eberhard Rabe und ich auf ein Grundprogramm gestoßen, dass uns die Vor– und Nachteile der verschiedenen Systeme ideal zu verbinden scheint. Es ermöglicht  nämlich in den verschiedenen Zertifizierungsvarianten zu arbeiten und auch jederzeit umzusteigen. Man kann sich somit zunächst entschließen, nur den GBA-Standard als einfachsten Standard erfüllen zu wollen. Sozusagen auf Knopfdruck errechnet dieses Programm aber auch, wie weit man mit der Erfüllung der bisherigen Eintragungen und Dokumentationen schon  bezüglich einer ISO-Zertifizierung oder QEP-Zertifizierung gekommen wäre.

Somit muss man, wenn man  sich umorientieren möchte, nicht mit einem völlig neuen Programm und einer neuen Software beginnen, sondern kann im bestehenden System flexibel weiterarbeiten, was nach unserer Ansicht erhebliche zeitliche und finanzielle Vorteile bietet.

Darüber hinaus ist es uns möglich, dieses System um für die Phlebologie spezifische Verfahrensanweisungen zu ergänzen und somit neben dem allgemeinen Qualitätsmanagement auch ein für die Phlebologie spezifisches Qualitätsmanagement bezüglich  Struktur – und Prozessqualität zu dokumentieren. Dies ist gesundheitspolitisch von besonderer Bedeutung!

Die letzten  Wochen und Monate haben nämlich gezeigt, dass es gesundheitspolitisch nicht mehr ohne ein Qualitätsmanagement geht! Weiter noch: wir  mussten dabei erfahren, dass die Krankenkassen nicht mehr  mit einem  allgemeinen  Qualitätsmanagement zufrieden sind, sondern z. B. bei den Hausarztverträgen in Bayern und Baden-Württemberg sowie bei den Barmer-Verträgen erwarten, dass bezüglich der Qualitätssicherung mehr als das gesetzlich Vorgeschriebene getan wird.

Wie im  letzten Newsletter des Berufsverbandes für die Berufsverbandmitglieder dargelegt, wird die inhomogene Gruppe der Phlebologen im Rahmen von Veränderungen der Gebührenordnung gar nicht mehr richtig als eigenständige Gruppe wahrgenommen. Dies können wir nach unserer Meinung nur ändern, wenn wir gemeinsame Stärke dokumentieren. Dazu bietet eine phlebologie-spezifische Zertifizierung beste Gelegenheit, auch wenn keine unmittelbare Verbindung zur Abrechnung besteht.

Ziel ist es, dass sich möglichst viele Kollegen zu dieser gemeinsamen Qualitätssicherung entschließen. Vorbild ist für uns die Gruppe der Kardiologen, die komplett gemeinsam mit einem eigenen Programm zertifiziert ist und seither deutlich mehr Beachtung bei der KV findet.

Für uns wäre es die Gelegenheit, trotz aller Individualität phlebologischer Praxen als Einheit aufzutreten.

Unsere Vorstellung zum Programm PhleboQM:      

Ein kostengünstiges und seinen Preis wertes QM Grundprogramm, das inzwischen auch im ärztlichen Bereich anderer Fachrichtungen zahlreich und mit Erfolg eingesetzt wird.

  • Das Programm wird geleast mit einer Jahresgebühr von maximal 300.- €. Wir haben uns für ein solches Leasingmodell entscheiden, weil damit die Einstiegskosten niedrig bleiben und eine ständige Pflege und Fortschreibung garantiert ist ohne neue Kosten. Die Hälfte dieser Gebühr bleibt indirekt bei der Gruppe der teilnehmenden Praxen und dient für die Abdeckung einer ständigen Hotline und der weiter unten beschriebenen internen Überprüfungen.
  • Wer bisher schon mit einem anderen Programm begonnen hat, damit aber nicht glücklich wird, kann ohne großen Aufwand alle bisher erarbeiteten Papiere einfach in unser Programm einfügen.
  • Ein phlebologie-spezifisches Erweiterungsmodul, das die wesentlichen sog. „kritischen“ diagnostischen und konservativ therapeutischen Methoden auf dem Boden der bestehenden Leitlinien schon enthält, sodass Sie wenig Aufwand haben.
  • Einführung eines spezifischen DGP und BVP Zertifikates, für das Sie eine Urkunde erhalten, wenn Sie die folgenden Anforderungen erfüllen:
    • Erfüllung der GBA Norm
    • Erfüllung der fachspezifischen PhleboQM Empfehlungen
    • Teilnahmebereitschaft an einer zufälligen Stichprobenüberprüfung
    • Teilnahmebereitschaft zu einer 100%igen elektronischen Überprüfung zum Jahresende, dass in und mit dem Programm gearbeitet wurde
  • Mit diesem Hintergrund werden wir unser Programm PhleboQM von einem anerkannten Zertifizierungsinstitut (TÜV, DEKRA o. ä.) überwachen lassen. Dies darf bitte nicht verwechselt werden mit der davon unabhängig jederzeit möglichen TÜV Zertifizierung der eigenen Praxis, wenn man dies aus Marketinggründen möchte. Gesetzlich notwendig ist dies bis jetzt nicht!
  • Mit dieser Aktion und dem DGP/BVP Gütesiegel wollen wir natürlich auch den Angiologen und Gefäßchirurgen Paroli bieten, die ihrerseits ihre Praxen oder Zentren, ohne damit die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, für sehr viel mehr Geld zertifizieren.

Lassen Sie uns kurz zusammenfassen:

Beide Unterzeichner in ihrer Funktion als Vorsitzende der wissenschaftlichen Gesellschaft bzw. des Berufsverbandes der Phlebologen sind der Meinung, dass jetzt die Zeit reif ist für mehr Qualitätsorientierung bzw. Dokumentation unserer Bereitschaft, unsere auch bisher sicher gute Arbeit darzustellen.

Wer vorab etwas nähere Informationen haben will, sollte den zweiten Anhang (NL-Anlage-AQM3.doc ) öffnen.

In der Veranstaltung am Samstag, die etwa 1,5 Stunden dauern wird, wird Ihnen die Programmgestaltung und der damit überzeugend einfache Umgang vom Gestalter dieses Programms vorgeführt werden. Beide Unterzeichner stehen zur Diskussion und Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Wenn Sie nicht in Bochum anwesend sein können und dennoch Interesse haben, so teilen Sie dies uns bitte formlos in einer Mail am besten an unser Sekretariat Frau Koob unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder per Fax unter 06204 79793 mit.

Wir würden uns freuen, viele Besucher auf dieser Informationsveranstaltung begrüßen zu können. 
                                                             

 
Prof. Dr. Eberhard Rabe
   
Dr. Horst Gerlach
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie Vorsitzender des Berufsverbandes der Phlebologen