Den passenden Strumpf finden

Wer einen Kompressionsstrumpf benötigt, hat heute die Qual der Wahl. Denn es gibt eine ganze Reihe von Herstellerfirmen, von denen wiederum jede verschiedene Strumpfmodelle und -varianten anbietet. Grundsätzlich wird zwischen den so genannten Rundstrickstrümpfen und den Flachstrickstrümpfen unterschieden. Erstere sind wie der Name schon sagt und analog zu gewöhnlichen Socken und Strümpfen rund gestrickt – nahtlos fortlaufend von der Spitze bis zum oberen Ende.

Anders als beim händischen Sockenstricken können dabei aber keine Maschen auf- oder abgenommen werden. Um in einem Strumpf die verschiedenen Umfänge zu stricken, lässt sich jedoch die Maschengröße variieren. So sind bei einem Oberschenkel-Rundstrickkompressionsstrumpf die Maschen am Oberschenkel größer und dadurch der Kompressionsdruck geringer als am Unterschenkel.

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Pluspunkt Anpassungsfähigkeit

Bei einem Flachstrickstrumpf hingegen ist die Maschengröße überall gleich. Er wird wie ein Pullover Reihe für Reihe flach gestrickt und dann an den beiden Seitenenden zusammengenäht, besitzt also anders als der Rundstrickstrumpf eine Naht. Diese Fertigungstechnik erlaubt es, in jeder Strickreihe sowohl Maschen auf- als auch abzunehmen. Durch die variable Maschenzahl können Flachstrickstrümpfe auch dann passgenau hergestellt werden, wenn die Beine starke Furchen oder Ausbuchtungen aufweisen. Das ist vor allem bei zwei phlebologischen Krankheitsbildern der Fall: dem ausgeprägten Lipödem und bei einem fortgeschrittenen Lymphödem.

Im Vergleich zu den rundgestrickten sind flachgestrickte Strümpfe stabiler und geben im Laufe des Tages weniger nach. Eine weitere Besonderheit ist, dass sich in einen Flachstrickstrumpf an jeder beliebigen Stelle Hilfsmittel einstricken lassen. Also beispielsweise kleine Taschen mit Druckverstärkern oder ein zusätzlicher Stoff, der verhindert, dass das Gestrick in eine Knöchelfurche rutscht und das Bein dort einschnürt.

Fußspitze offen oder geschlossen?

Bei den meisten Patienten, die eine Kompressionstherapie benötigen, sind die speziellen Anpassungsmöglichkeiten eines Flachstrickstrumpfs aber gar nicht erforderlich. Andersherum formuliert: Die wesentlich kostengünstigeren rundgestrickten Strümpfe erfüllen hier bestens ihren Zweck. Zudem sind viele Modelle dieses Strumpftyps in modischen Farben erhältlich und damit optisch wesentlich ansprechender als der Flachstrickstrumpf mit Naht, der doch sehr wie ein Medizinprodukt aussieht.

Rundstrickstrümpfe gibt es mit geschlossener und mit offener Fußspitze. Letzteres hat den Vorteil, dass als Anziehhilfe eine Gleitsocke benutzt werden kann, die sich nach dem Anlegen der Kompression einfach vorne herausziehen lässt. Da die Zehen frei bleiben, sind sie im Sommer auch luftiger. Zu den Kehrseiten gehört, dass bei kühlen Temperaturen über dem Kompressionsstrumpf oft noch ein zweiter Strumpf getragen werden muss, sonst wird es in den Schuhen zu kalt. Ob die offene oder die geschlossene Variante, zwischen denen frei gewählt werden kann, ihnen besser liegt, probieren die Patienten am besten in der Apotheke oder im Sanitätsfachgeschäft aus und entscheiden dann.

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Kompressionsbekleidung für die Beine gibt es in vier Kompressionsklassen. Mit zunehmender Kompressionsklassen werden die Strümpfe enger und deshalb beim Tragen als unangenehm empfunden. Das sollte kein Grund sein, sie in den Wäscheschrank zu legen. Sprechen Sie das Problem beim Arzt an. Ein regelmäßig angezogener Strumpf in einer niedrigeren Kompressionsklasse ist in jedem Fall besser als keine oder nur eine sporadische Kompressionstherapie. Gleiches gilt, wenn Sie mit der Strumpflänge nicht zurechtkommen – denn lieber der Kniestrumpf am Bein als der Oberschenkelstrumpf im Schrank.

Die Verschreibung

Jeder von den gesetzlichen Krankenkassen zugelassene Arzt kann Kompressionsstrümpfe verschreiben. Da sein Budget dadurch nicht belastet wird, hat der Arzt nicht zu befürchten, auf den Kosten sitzen zu bleiben wenn er zu viele Strümpfe verordnet. Auf dem Rezept müssen neben einem Kreuz im Feld „Hilfsmittel“ folgende Angaben vermerkt sein: die Indikation, also die Diagnose, wegen der die Verordnung erfolgt, die Länge des Strumpfes und die Kompressionsklasse. Mit dem Rezept, das vier Wochen Gültigkeit besitzt, geht der Patient dann in den Fachhandel, das heißt in eine Apotheke oder ein Sanitätsgeschäft.

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Info

Um eine qualitativ hochwertige Versorgung bei der Kompressionstherapie zu gewährleisten, sind die gesetzlichen Krankenkassen verspflichtet, Verträge mit Hilfsmittelanbietern abzuschließen. Damit die Kosten für ihre Kompressionsbekleidung bis auf die gesetzliche Zuzahlung problemlos übernommen werden, sollten gesetzlich versicherte Patienten ihr Rezept dort einlösen. Welche Anbieter für Sie in Frage kommen, erfahren Sie telefonisch bei Ihrer Kasse. Zudem bieten viele Krankenkassen auf ihrer Website auch eine entsprechende Suchfunktion an.

Im Fachhandel werden die Beine von entsprechend geschultem Personal exakt vermessen. Nach einer Beratung zu Material und Farbe wird dann ein passender Strumpf ausgewählt. Hier gibt es eine Vielzahl verschiedener Varianten, die einfachste ist der so genannte „Kassenstrumpf“. Medizinisch betrachtet erfüllt er alle Anforderungen, erlaubt aber keine besondere Material- oder Farbauswahl. Dafür werden die Kosten – abgesehen von einer gesetzlichen Zuzahlung („Rezeptgebühr“) zwischen fünf und zehn Euro – von den gesetzlichen Krankenversicherungen vollständig getragen. Wer bei Farbe und Material lieber wählerisch sein möchte, muss die zusätzlichen Kosten gegenüber einem Standardmodell in der Regel selbst zahlen. Die sind allerdings nicht allzu hoch – zumal es sich ja nicht nur um ein Medizinprodukt handelt sondern oft auch um ein Kleidungsstück, das die normalen Strümpfe ersetzt.

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Um Ihre Kompressionsstrümpfe exakt an Sie anzupassen, sollten Beine und Füße noch nicht oder nur wenig angeschwollen sein. Aus diesem Grund sollten Sie morgens möglichst zeitnah nach dem Aufstehen zum Anmessen ins Sanitätshaus oder in die Apotheke gehen.

Erst probieren, dann mitnehmen

Ganz wichtig ist, den Kompressionsstrumpf gleich beim Fachhändler das erste Mal anzuprobieren. Zum einen, um gemeinsam mit dem Spezialisten zu lernen, wie er korrekt angelegt werden. Zum anderen um zu testen, ob der Strumpf richtig passt. Er darf weder drücken noch einschnüren und sollte eigentlich gar nicht oder nicht anders zu spüren sein, wie ein „normaler“ Strumpf. Allerdings kann es ein paar Tage dauern, bis das Gestrick sich optimal an das Bein anpasst. Wer in den ersten Tagen bemerkt, dass der Strumpf schwer anzuziehen ist, schmerzt oder rutscht, sollte innerhalb der Kulanzzeit von zwei bis maximal vier Wochen seinen Händler erneut aufsuchen. Dort können dann bei Bedarf Änderungen vorgenommen oder das Strumpfmodell gewechselt werden.

Normalerweise zahlen die gesetzlichen Krankenkassen zwei Paar Kompressionsstrümpfe im Jahr. Zum einen, weil die Wirkung eines Strumpfes nach einem halben Jahr nachzulassen beginnt. Zum anderen ermöglicht es diese Wechselversorgung den Patienten, immer ein Paar waschen zu können während sie das andere tragen.

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Sind Kompressionsstrümpfe besonderen Belastungen ausgesetzt, zahlen die Krankenkassen auch mehr als zwei Paare jährlich. Ist das bei Ihnen der Fall, sollten Sie bei ihrer Kasse nachfragen – unter Angabe des Grundes, etwa, dass sie bei der Arbeit Schutzschuhe tragen müssen, die eine sehr ausgeprägte Schweißentwicklung mit sich bringen.

Kompressionsstrümpfe richtig anlegen

Damit sie ihre Wirkung entfaltet, muss Kompressionsbekleidung sehr eng sein und fast wie eine zweite Haut am Körper aufliegen. Deshalb kann das Anlegen – Venenspezialisten benutzen statt Anziehen lieber diesen Begriff, da die Strümpfe nicht gezogen werden sollten – besonders zu Beginn einer Kompressionstherapie etwas mühsam und gewöhnungsbedürftig sein. Mit der richtigen Technik und etwas Übung geht es aber im Normalfall schon nach kurzer Zeit leicht von der Hand.

Am besten ist, die Strümpfe gleich morgens anzulegen. Dann sind die Beine von der Nachtruhe noch abgeschwollen. Das früher oft propagierte Anziehen im Bett gilt heute glücklicherweise als überholt, die Patienten können zuvor also ganz getrost und in aller Ruhe duschen. Danach sollten die Beine allerdings ganz trocken sein, sonst gleitet das Gestrick nur schlecht über die Haut.

Beim An- und Ablegen empfiehlt es sich, Gummihandschuhe zu tragen. Sie schützen zum einen den Kompressionsstrumpf vor Beschädigungen durch die Fingernägel oder Ringe, zum anderen erleichtern sie es das Material zu fassen und gleichmäßig zu verteilen. Selbstverständlich geht es auch ohne, doch damit die Kompressionsbekleidung nicht zerstört wird, sollten die Patienten dann ihren Fingerschmuck und ihre Uhr ablegen.

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Um Stürzen vorzubeugen, ist es ratsam, mit dem Anlegen von Kompressionsstrümpfen und -strumpfhosen im Sitzen zu beginnen und erst dann aufzustehen, wenn sie über das Knie gestreift werden. Hilfreich kann auch ein Hocker sein, auf dem Sie Ihre Beine während des Anziehens ablegen können.

Das Anlegen – eine Anleitung

Ob Knie-, Oberschenkelstrumpf oder Strumpfhose, beim Anlegen von Kompressionsbekleidung für die Beine bietet sich folgende Vorgehensweise an:

  1. Greifen Sie mit der einen Hand in den Strumpf und umfassen Sie mit den Fingern das Fußteil an der Fersenausstülpung.

  2. Nehmen Sie mit der anderen Hand das obere Strumpfende und stülpen Sie den Stoff bis zum Fersenteil auf links, also das Innere nach außen. Halten Sie dabei das Fußteil nach wie vor fest und achten Sie darauf, den Strumpf nicht aufzurollen.

  3. Ziehen sie jetzt mit beiden Händen die eingeschlagene Fußöffnung auseinander und weiten sie so auf. Schlüpfen Sie dann mit dem Fuß in das Fußteil des Strumpfes und streifen es bis über die Ferse. Wichtig ist dabei, dass das Fersenteil auch exakt an der Ferse sitzt.

  4. Arbeiten Sie sich nun Stück für Stück am Bein voran. Dazu umfassen Sie das umgeschlagene Strumpfende und schieben den Stoff mit pendelförmigen Bewegungen nach oben. Ziehen Sie dabei nicht am Gestrick oder an den Hafträndern.

  5. Haben Sie den Strumpf so ganz angezogen, dann streichen Sie zum Abschluss den Stoff von unten nach oben mit den Händen glatt. Am Ende muss der Strumpf gleichmäßig und faltenfrei an Ihrem Bein anliegen.

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Wenn neue Kompressionsstrümpfe rutschen oder Falten werfen, kann das zwei Ursachen haben: Zum einen eine falsche Größe, zum anderen Fehler beim Anlegen. In jedem Fall sollten die Patienten dann umgehend die Apotheke oder das Sanitätsfachgeschäft aufsuchen, von dem sie ihre Kompressionsbekleidung erhalten haben, um dort von einem geschulten Mitarbeiter den Sitz prüfen zu lassen und bei Bedarf das Anziehen nochmals gemeinsam zu üben.

Bei Kompressionskniestrümpfen sollte das obere Ende dann ungefähr zwei Querfinder unter der Kniefalte liegen, beim Oberschenkelstrumpf knapp unterhalb der Falte zwischen Po und Bein. Bei einer optimal sitzenden Kompressionsstrumpfhose endet das Leibteil in der Taille und der Zwickel befindet sich senkrecht im Schritt.

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Wenn Kompressionsstrümpfe mit einem Silikonhaftband am oberen Ende den ganzen Tag getragen werden, sollte der Haftrand mehrmals umgeklappt werden. Dieses „Belüften“ vermeidet Reibungen und damit möglicherweise einhergehende Hautreizungen, die häufig als Allergie gegen das Material fehlgedeutet werden.

An- und Ausziehhilfen

Starkes Übergewicht, hohes Alter, allgemeine Schwäche, verschiedenste Erkrankungen insbesondere des Bewegungsapparats – es gibt eine Vielzahl von Gründen, die es den Patienten erschweren oder unmöglich machen, Kompressionsstrümpfe allein und nur mit den eigenen Händen anzulegen. Das muss jedoch kein Grund sein, auf eine - die Lebensqualität oft wesentlich verbessernde – Kompressionstherapie zu verzichten. Denn im Sanitätsfachhandel oder in der Apotheke werden verschiedene Hilfsmittel angeboten, die das An- und Ausziehen der Kompressionsbekleidung erleichtern.

Die einfachste Form der Anziehhilfe liegt Kompressionsstrümpfen mit offener Fußspitze meist bei und nennt sich Gleitsocke. Sie ist aus einem sehr glatten Stoff gefertigt, auf dem das Gestrick besser gleitet als auf der Haut. Die Gleitsocke wird über den Fuß gestülpt und nachdem darüber der Strumpf angelegt wurde an dessen offenem Fußende wieder herausgezogen. Auch für geschlossene Strümpfe stehen Hilfen zur Verfügung, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Dazu gehören beispielsweise Anziehhilfen aus besonders gleitfähigem und reißfestem Material, die zunächst um Fuß und Bein gelegt nach dem Anziehen des Strumpfes an Bändern oben herausgezogen werden.

Eine andere Variante der Anziehhilfen, von denen es verschiedene Ausführungen gibt, sind die manchmal auch als „Butler“ bezeichneten Ständer. Dabei handelt es sich um leichte Gestelle aus Metall, über die der Strumpf gestülpt wird. Im Sitzen schlüpft der Patient dann in das aufgespannte Fußteil und zieht das Gestell dann an den Haltegriffen in mehreren Etappen bis auf Kniehöhe nach oben. Dabei rollt sich das Strumpfgewebe „automatisch“ ab. Einem langen Schuhlöffel ähneln die Ausziehhilfen, mit denen der Strumpf nach unten bis über die Ferse geschoben werden kann.

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Welche An- beziehungsweise Ausziehhilfe sich am besten eignet, ist eine individuelle Entscheidung. Deshalb ist es am sinnvollsten, wenn Sie mit dem Kompressionsstrumpf in den Fachhandel gehen, sich dort konkret zu ihrer Situation beraten lassen und die in Frage kommenden Hilfsmittel möglichst gleich testen. Spätestens vor dem Kauf sollten Sie mit Ihrem Arzt aber Rücksprache halten. Bei entsprechenden Begleiterkrankungen wie Arthrose oder Übergewicht kann er Ihnen die Hilfe per Rezept verordnen.

Kompressionsstrümpfe waschen

Da Kompressionsbekleidung eng am Körper anliegt, sammeln sich im Gewebe rasch Hautschüppchen und Schweißbakterien. Einerseits ist das aus hygienischen Gründen unschön. Zum anderen verstopfen Haut- und Staubpartikel das Kompressionsgestrick – mit der Folge, dass dessen Elastizität nachlässt. Außerdem macht das dort abgelagerte Hautfett die Haftränder zunehmend rutschig. Aus all diesen Gründen sollten Kompressionsstrümpfe täglich gewechselt und vor dem erneuten Tragen gewaschen werden. Das erhält die Druckeigenschaften und ist deshalb für die Wirksamkeit der Kompressionstherapie ganz wesentlich.

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Schon bei der ersten Verordnung können Sie sich vom Arzt Ihre Kompressionsbekleidung in zweifacher Ausführung verschreiben lassen. Diese so genannte Wechselversorgung ermöglicht es Ihnen, immer einen beziehungsweise ein Paar Kompressionsstrümpfe zu tragen und das andere zu waschen.

Um nicht jeden Abend die Waschmaschine laufen lassen zu müssen, waschen die meisten Patienten ihren Kompressionsstrumpf im Waschbecken per Hand. Dazu ein vergleichsweise kostspieliges Spezialwaschmittel für Kompressionsbekleidung zu verwenden, ist nicht unbedingt notwendig. Ein handelsübliches Feinwaschmittel oder Haarshampoo erfüllen ihren Zweck ähnlich gut. Da sich Hautschuppen und andere Rückstände insbesondere auf der Innenseite ablagern, empfiehlt es sich, den Strumpf zum Waschen auf links zu drehen. Um Waschmittelrückstände, die die elastischen Fasern spröde werden lassen, vollständig zu beseitigen, sollte er ausgiebig mit klarem Wasser nachgespült werden.

Trockner nein, Waschmaschine ja, aber…

Ist das erledigt, kann der Strumpf sanft zwischen zwei Handtüchern ausgedrückt und anschließend vollends getrocknet werden, am besten liegend oder locker hängend. Ihn auszuwringen ist nicht ratsam. Kompressionsbekleidung darf in der Regel nicht in den Wäschetrockner und sollte zum schnelleren Trocknen auch niemals auf die Heizung oder in die direkte Sonne gelegt werden. Denn zu viel Hitze kann die elastische Wirkung des Gewebes zerstören.

Auch wenn das der Haltbarkeit nicht unbedingt zuträglich ist, dürfen Kompressionsstrümpfe im Normalfall in die Waschmaschine – zum Schutz vor Reiß, Klett- und sonstigen Verschlüssen an anderen Wäschestücken möglichst einem Wäschenetz. Die Faustregel lautet dabei: Im Schonwaschgang, bei höchsten 30 Grad und nur mit einem Fein- oder Spezialwaschmittel. Eine exakte, auf das jeweilige Produkt abgestimmte Waschanleitung findet sich in der Regel auf dem Etikett. Weichspüler, optische Aufheller oder Fleckenmittel dürfen für Kompressionsbekleidung niemals verwendet werden. Diese Zusätze verkleben die Poren und schädigen die elastischen Fasern. Aus dem gleichen Grund verbietet sich auch das Bügeln oder eine chemische Reinigung.

Info

Wenn Sie zusätzlich zur Kompressionstherapie wegen einer Pilzinfektion der Haut oder der Nägel in Behandlung, raten Experten, die Kompressionsstrümpfe nach den Sie sie gewaschen haben mit einer Desinfektionslösung zu behandeln. Das tötet die Krankheitserreger ab und verhindert so, dass Sie sich immer wieder neu anstecken.

Hautpflege, Sommer & weitere Tipps

Da Kompressionsstrümpfe sehr eng anliegen und meist den ganzen Tag getragen werden, trocknet die Haut darunter leichter aus, wird schuppig und rissig und kann auch Jucken. Das macht die Hautpflege besonders wichtig. Am besten ist, die Beine am Abend nach dem Ausziehen der Strümpfe einzucremen. Dafür gibt es spezielle Pflegecremes für Kompressionsträger. Es kann aber ebenso gut eine normale feuchtigkeitsspendende Body Lotion verwendet werden. Da manche Inhaltsstoffe das Material schädigen können, darf die Creme möglichst nicht mit dem Strumpf in Kontakt kommen. Auch auf sorgfältig geschnittene beziehungsweise gefeilte Finger- und Zehennägel sollten die Patienten achten. Denn das verhindert, dass beim Umgang mit dem Gestrick Fäden gezogen und die Strümpfe beschädigt werden.

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Info

Neben der richtigen Passform stehen der Tragekomfort und die Hautfreundlichkeit im Pflichtenheft der Strumpfhersteller ganz oben. Um das zu erreichen, setzt jede Firma auf ihre Materialien beziehungsweise Materialkompositionen – von synthetischen Mikrofasern bis hin zu Merinowolle. Für Sie als Patient ist das ein Vorteil, denn es gibt Ihnen die Möglichkeit, im Fachhandel verschiedene Modelle anzuprobieren und das auszuwählen, das sich auf Ihrer Haut am besten anfühlt.

Dass viele Patienten es im Sommer als unangenehm empfinden, Kompressionsstrümpfe zu tragen, lässt sich leicht nachvollziehen. Doch gerade in der heißen Jahreszeit ist eine konsequente Kompressionstherapie besonders wichtig, denn die Wärme verstärkt bei vielen Venenerkrankungen die Symptome. Um den Behandlungserfolg nicht zu gefährden und trotzdem gut durch die Sommermonate zu kommen, empfiehlt es sich, lockere, luftige Kleidung zu tragen, unter der sich die Hitze nicht staut.

Manche Patienten verschaffen sich Abkühlung, in dem sie die Strümpfe vor dem Tragen kurz ins Gefrierfach stecken. Andere legen ihre Kompressionsbekleidung im leicht feuchten Zustand an. Ein beliebter Trick ist auch, die angezogenen Strümpfe an den heißen Tagen per Sprühflasche mit Wasser zu benetzen. Das sorgt für eine angenehme Verdunstungskälte. Sich mitsamt der Strümpfe kalt abzuduschen ist ebenfalls ein probates Mittel gegen die Sommerhitze, das dem Gestrick nicht schadet. Zudem gibt es im Fachhandel spezielle Erfrischungssprays, die direkt auf die Kompressionsbekleidung gesprüht werden und sofort Kühlung bringen.

Info

So angenehm es in der heißen Jahreszeit auch sein mag, beim Benetzen der Kompressionsbekleidung ist gewisse Vorsicht geboten. Denn zu viel Feuchtigkeit kann der Haut schaden. Wenn Sie mit diesem Trick öfters für Abkühlung sorgen, sollten Sie deshalb darauf achten, dass ihre Haut durch das Befeuchten nicht aufweicht und wund wird.

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