Roentgenbild Werden MS-Kranke in Zukunft von der
endovaskulären Therapie jugulärer
Venenstenosen profitieren?
(H.Görtz, Lingen)

therapeutische Ansätze zur Varizentherapie

Sehr gut dargestellt war die brachiale Venenklappentransplantation in ein insuffizientes Poplitealsegment zur Behandlung der chronisch venösen Insuffizienz. Der Beitrag Nr. 6 fiel wegen nicht Anwesenheit des Referenten aus. Es wurde darauf hingewiesen, dass nicht jede insuffiziente Perforansvene operativ in der Erstsitzung entfernt sollte, hier kommt es oft zu spontanen Rückbildungen nach Ausschaltung der pathologisch venösen Rezirkulation.
Vergleichsstudien innerhalb der Venenchirurgie zur operativen Therapie der Varcosis sind seit Jahrzehnten gefordert. Erst in den letzten Jahren ist auch durch die Aktivität der Arbeitsgemeinschaft - Venenoperation - der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie Bewegung in die jetzt doch gute Datenlage gekommen.

Die Hemmung der Neoangiogenese an der Magnacrosse durch mannigfaltige Sperroperationen ist bekannt. Der Einsatz der Salicylsäure zur Verhinderung einer wohl entzündlich bedingten Neoangiogenese wurde diskutiert, ohne dass hier ein Durchbruch zur Verhinderung der Neoangiogenese angegeben werden konnte. Neuwert hatte die Implantation eines suffizienten Klappensegmentes aus der V. brachialis in eine insuffiziente Poplitealregion. Die Operationstechnik wurde eingehend diskutiert. Bei bisher nur 15 behandelten Fällen, konnten statistisch signifikante Langzeitergebnisse noch nicht angegeben werden.


Prof. K.Schulte leitete die Sitzung der DGA Prof. K.Schulte leitete die Sitzung der DGA

Eine gemeinsame Sitzung mit der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) befasste sich mit der sehr komplexen pharmakologischen Darstellung der Thrombozyten-Funktionshemmung bei kardio-vaskulären Erkrankungen. Hier konnte man sich aus berufenem Munde auf den allerneuesten Stand bringen lassen.


Am 13.10.2011 fand auch die Postersitzung statt. Das Themenspektrum der Poster betraf vor allem die endovenös-thermischen Behandlungsverfahren der Varikose (4), daneben die Fallvorstellung einer Vena Cava Inferior Agenesie, die Miniphlebektomietechnik, ein Elektrostimulationsverfahren zur Behandlung der CVI und den Verweis auf eine Internetpräsentation zu Rudolf Virchow und die Ursache der Thrombose.

Über die in Anwesenheit ihrer Autoren diskutierten Poster wird nachfolgend von H.Klues referiert:

JC Ragg aus Berlin bzw. München berichtete in „Appositionsthromben nach endovenöser Laserbehandlung? Eine Frage der Methodik?“, bei 11.520 von 2003-2010 mittels ELT (810-1470nm) behandelten Patienten in standardisierten Ultraschallkontrolluntersuchungen 4 Poplitealvenenthrombosen, aber keine an der V. femoralis gesehen zu haben. Außerdem seien 192 Fälle von Unterschenkelmuskelvenenthrombosen nach Laser–Schaumkombinationen aufgetreten, von denen etwa 1/4 symptomatisch gewesen seien. Sie postulieren, dass optimierte Technik und Erfahrung der Anwender das Risiko thromboembolischer Komplikationen sehr weitgehend reduzieren könne.

C Czuprin et al aus Stuttgart bzw. Hohenheim beleuchtete in „Stellenwert und Indikation der RFO in einem Schwerpunktkrankenhaus“ die Verteilung der Anwendung der RFO im Vergleich zu konventionellen Operationen der Varikose der V. saphena magna bei 369 Patienten, die 2008 bis 2011 invasiv behandelt wurden. Sie stellten fest, dass die endovenöse Technik weit überwiegend und überproportional bei Privatpatienten eingesetzt wurde.

C Zerweck aus Bad Krozingen berichtete über die „Endovenous laser ablation of varicose perforating veins with the 1470 diode laser using the new radial slim fiber-1-month follow-up”. Dabei konnte in einer prospektiven Beobachtungs-Kohorte ein Reflux in allen 43 behandelten Perforansvenen primär ausgeschaltet werden, von denen 2 nach einem Monat sonographisch als rekanalisiert gefunden wurden. Einmal sei eine Parästhesie an der Punktionsstelle aufgetreten. Sie halten die Behandlung von Perforanten mit der Radiallaserfaser kurzfristig für effektiv.

S Diedrich aus Greifswald präsentierte eine „Fallvorstellung einer Vena cava inferior-Agenesie: Bauch und Rückenschmerzen – vom Appendizitisverdacht zur Differenzialdiagnose eines Lymphoms und letztendlich Diagnosesicherung einer VCI-Agenesie“. Dabei ergab bei einem 17Jährigen mit stärksten Rückenschmerzen und linksseitiger Beinausstrahlung ein CT den Verdacht auf eine Kompression der VCI durch ausgedehnte retroperitoneale und iliakale Lymphknotenschwellungen, ehe erst mittels MRT der tatsächliche Zustand einer kompletten Agenesie der VCI mit frischer Bein-Becken-Thrombose einschließlich partieller Thrombosierung der cavocavalen Umgehungsgefäße dokumentiert und eine Antikoagulation eingeleitet werden konnte.

In den Pausen wartete manche kleine Überraschung in der Industrieausstellung In den Pausen wartete manche kleine
Überraschung in der Industrieausstellung

Angelov A aus Varna (Bulgarien) berichtete in seinem „Vergleich der Ergebnisse bei der endovenösen Lasertherapie der Stammvarikose mit der Wellenlänge 980 nm und 1470 nm“, dass die ELT seit ihrer Einfürung bei ihm und einigen Kollegen in ihrem Land vermehrt eingesetzt und die klassische Operationstechnik zunehmend verdängen würde.
Die beiden von dem Leiter der Posterbegehung H. Klues mit dem Preiskomite ausgewählten Poster-Preisträger Zerweck et al und Diedrich et al konnten ihre Auszeichnung am Samstag wohlverdient entgegennehmen.


Joey Kelly wusste in einem besonderen Vortrag zu motivieren Joey Kelly wusste in einem besonderen
Vortrag zu motivieren

Mit Joey Kelly wurde ein besonderer Vortrag ermöglicht, der auf große Resonanz traf. Wer durch den intensiven wissenschaftlichen Tagesablauf erschöpft war, konnte hier neue Motivation tanken.

Parallel dazu gab es eine Sitzung für den Nachwuchs in der DGP. Hier wurden die eingeladenen Studenten und Nachwuchs-Phlebologen vom Präsidenten der DGP über das Fach mit seiner Vielfalt und Zukunft informiert. Diese wurden am Beispiel der Varikosis von K.Hartmann besprochen. In einem weiteren Vortrag wurden die Highlights und Grenzgebiete des Faches exemplarisch vom Kongresspräsidenten dargestellt. Abgerundet wurde dass Ganze durch die Schilderung des Berufsalltags durch einen jungen Phlebologen, der in einer entsprechenden Großpraxis tätig ist. Herr Kiderlen zeigte, dass es sich in jeder Hinsicht lohnt, Phlebologe zu werden.

Dr. Karsten Hartmann sprach den Nachwuchs an Dr. Karsten Hartmann sprach
den Nachwuchs an

Überhaupt gab es ein reichhaltiges Programm für den Nachwuchs. 15 Kongressstipendien wurden von der Industrie gesponsort. Mit Unterstützung der Firmen Sigvaris und Kreussler war eine Young generation Corner eingerichtet worden. Hier gab es u.a. Internetzugänge, eine Infowand, an der u.a. die angebotenen durch erfahrene Phlebologen/innen begleiteten Kongressbesuche ausgehängt waren. Am Donnerstag fand die „Young Generation Night“ über den Dächern von Berlin statt. Auch eine Schnitzeljagd unter Beteiligung der Industrie wurde veranstaltet, die folgende Gewinner hervorbrachte:

  1. Preis: Kongressbesuch 2012 (medi  GmbH & Co KG): Désirée Hinze, Tübingen
  2. Preis: Fachbuch (Ofa Bamberg GmbH): Stefan Olbrich, Bad Oeynhausen
  3. Preis: Ipod (Kröner Medizintechnik): Lisa Seelinger, Lampertheim
  4. Preis: Fachbuch (Viavital Verlag): Dirk von Dalwig-Nolde, Bielefeld
  5. Preis: Sonde zur Wahl (Gutmann MD GmbH, Covidien Deutschland GmbH, Kröner Medizintechnik): Dr. Stefan Mohr, Bad Säckingen
  6. Preis: Buchgutschein: biolitec biomedichal technology GmbH: Anja Dörrler-Behrendt, Sonthofen

Der von OFA gesponsorte Charitylauf brachte 1000,-€ für die Kinderclowns in Krankenhäusern Der von OFA gesponsorte Charitylauf
brachte 1000,-€ für die Kinderclowns
in Krankenhäusern

Der Freitagmorgen begann für über 50 Phlebologen mit einem Charity-Lauf zu Gunsten der Kinder-Clowns in Krankenhäusern. Der Lauf führte bei herrlichstem Wetter vom Brandenburger Tor vorbei am Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, durch den Tiergarten bis hin zur Bundesärztekammer.


 

Dr. A. Hermanns stieß in seinen ask the experts Runden zu Wundproblemen auf großes Interesse Dr. A. Hermanns stieß in seinen
ask the experts Runden zu Wundproblemen
auf großes Interesse

Währenddessen diskutierten sich schon viele Kolleginnen und Kollegen bei den „Ask the Experts“ Veranstaltungen warm. Diese waren wieder extrem gut besucht und brachten die Diskutanten in die wissenschaftliche Laune für einen ereignisreichen Tag, der mit Sitzungen zu operativen Therapie der Varikosis und zur Kompression sowie kongenitalen vaskulären Malformationen im Hauptprogramm begonnen wurde.

Christine Schwahn-Schreiber und Anya Miller standen am Freitag bereits um 8.00 Uhr im Ask the experts für Fragen zum Lip-Lymphödem zur Verfügung. In der sehr gut besuchten Session mit angeregter Diskussion wurde initial
Die Einteilung, Diagnostik und Therapie des Lip- und Lip-Lymphödems dargestell, da keine Fallvorstellung aus dem Auditorium kam. Wegen des hohen Diskussionsbedarfs konnten vorbereitete Themen wie Abrechnung und Wirtschaftlichkeit nicht angesprochen werden. Fazit: ein wichtiges Thema, für welches mehr Informationsaustausch gewünscht ist.


Frau Dr. S. Reich-Schupke organisierte die Pflegefachtagung und machte sich in vielerlei Form um den Kongress verdient Frau Dr. S. Reich-Schupke organisierte
die Pflegefachtagung und machte sich
um den Kongress verdient

Am Freitag fand auch die von Frau S. Reich-Schupke mit Frau Lehmann organisierte und von Ersterer mit moderierte Pflegefachtagung statt.

Frau Reich-Schupke schildert den Verlauf wie folgt:
    Der Vortrag von Herrn Collmann war sehr anschaulich und stellte die Fachgruppe Wunde des Helios-Klinikums vor, insbesondere verwies er auf die dringend notwendige Interdisziplinarität und Interprofessionalität zur Behandlung chronischer Wunden. Frau Rothhage war aus Krankheitsgründen leider verhindert, der Vertreter bot letztlich eine Produktpräsentation der Firma Smith & Nephew und konnte die an ihn und den Titel „ein praktischer Leitfaden – Wundfibel am Helios-Klinikum“ gestellten Erwartungen der Anwesenden nicht wirklich erfüllen. Entsprechend sparsam fielen die Diskussionsbeiträge in der ersten Halbzeit aus. In der zweiten Halbzeit zeigten die Vorträge deutlich mehr Praxisrelevanz. Dementsprechend wurde die Diskussion auch munterer. Herr Professor Stücker gab einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten der Pflege, maßgeblich Einfluss auf eine korrekte Diagnostik bei chronischen Wunden zu nehmen, gab Hinweise für wichtige Fragen und Alarmzeichen, auf die geachtet werden sollte. Frau Gonda Bauerfeind hatte die schwierige Aufgabe, zur Ernährung bei chronischen Wunden Stellung zu beziehen, obwohl es nur wenig evidenzbasierte Daten gibt. Sie bot aber dennoch einen ebenfalls sehr praxisnahen Überblick über die Möglichkeiten der Pflege, sich zunächst erst einmal ein Bild des Ernährungszustandes ihres Patienten zu machen und mögliche Diagnostik- und Dokumentationsinstrumente einzusetzen. Die Teilnehmer vermissten letztlich konkrete Empfehlungen bzgl. Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen etc., letztlich fehlen dafür aber konkrete Datenlagen.

Multiresistente Erreger sind ein offensichtlich weit verbreitetes Phänomen, was seitens der Teilnehmer auch eingehend diskutiert und nachgefragt wurde. Insbesondere gramnegative Keime spielen in der aktuellen Entwicklung eine wesentliche Rolle. Der Prophylaxe und Prävention, v.a. der Händedesinfektion bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen kommt entscheidende Bedeutung zu.


Prof. A. Mumme und Prof. T. Pröbstle Prof. A. Mumme und Prof. T. Pröbstle

Die operative Sitzung war mit über 280 Besuchern die best besuchte Sitzung des Kongresses. Die Sitzung begann mit einem wie gewohnt exzeptionellen Vortrag von Prof. Hach zur historischen Entwicklung des Konzeptes der Crossektomie. Herr Hach beschränkte sich aber keineswegs auf die Geschichte, sondern gab der jetzigen Generation so manchen hervorragenden Hinweis auf weitere zu bearbeitende Fragestellungen mit. Es folgten mehrere Beiträge zu verschiedenen Aspekten im Bereich der Magnacrosse, die von Thomas Proebstle in gewohnt eloquenter Weise komplett in Frage gestellt wurden. Ob die von ihm in den virtuellen Raum gestellte Kröte von Jedermann geschluckt wurde...? Die heiße Diskussion zwischen vor allem Achim Mumme und Thomas Proebstle wurde vom Publikum jedenfalls sehr genossen.


Die erste Hälfte dieser Sitzung beschreibt D. Stenger wie folgt:

... das Highlight der Sitzung "Operative Therapie der Varikose" war eindeutig der Vortrag von Herrn Prof. W. Hach, der in der ihm eigenen prägnanten und kompetenten Art und Weise die historische Entwicklung des Konzeptes der Crossektomie dargelegt hat. Auch wenn es sich hier um einen historischen Vortrag handelt, sind die wesentlichen Aspekte der korrekten, niveaugleichen Crossektomie von Hach in eindrucksvoller Art und Weise dargelegt worden. Dafür sei ihm ein besonderer Dank schuldig. Die Ergebnisse der in der Literatur immer wieder zitierten Arbeit von Reinhard Fischer hat er durch einen Hinweis relativiert, indem er die Art und Weise der durchgeführten Crossektomie von Reinhard Fischer unter dem zeitlichen Aspekt, zu dem die Operationen durchgeführt wurden, gewertet hat.
Ein weiteres Highlight waren die schon von früheren Tagungen bekannten gegensätzlichen Auffassungen hinsichtlich offener bzw. endoluminaler Therapie der Stammvarikose durch die Kollegen Pröbstle und Mumme. Hier hätte man sich eigentlich noch mehr Diskussion gewünscht, wenn die Zeit hierfür da gewesen wäre.

Dr. N. Frings Dr. N. Frings Dr. D. Stenger Dr. D. Stenger

Dr. N. Frings und Dr. D. Stenger führten durch eine lebhafte Sitzung
zur operativen Therapie der Varicosis

Dies sah auch der Co-Vorsitzende, N. Frings so, der die Sitzung wie folgt beschrieb:

... die Vorträge der Kollegen T. Pröbstle und A. Mumme stellten wiederum eine mit großem Engagement und z.T. emotional geführte kontroverse Diskussion zum Thema: ist die Crossektomie sinnvoll oder überflüssig? dar.

Herr Mumme ging auf die diversen international vorliegenden Studien ein zum Vergleich endovaskuläre versus operative Verfahren.
Obwohl in allen Studien behauptet wird, dass die endovaskulären Verfahren gleichwertig sind, bzw. der Operation überlegen sind, konnte A. Mumme durch eine exakte Analyse des Studienaufbaus in allen Publikationen nachweisen, dass diese Studien keine überzeugende wissenschaftliche Relevanz haben.

Die wichtigsten Einwände sind:
  • Zu geringe Fallzahl
  • Patientenselektion
  • Nicht multizentrisch
  • Nicht industrieunabhängig
Fazit:

Für die endoluminalen Therapieverfahren existieren noch immer keine multizentrischen und unabhängigen prospektiv randomisierten Studien mit ausreichender Fallzahl, die valide belegen können, dass die neue Option tatsächlich das gleiche leistet wie die Operation (nur eben schonender).
Nach wie vor fehlen diese Studien zur Ermittlung von Langzeitergebnissen.
T. Proebstle – als Verfechter der endoluminalen Verfahren – analysiert ebenfalls die vorliegenden Studien, wobei er jedoch den Focus auf die Patientenzufriedenheit, auf Komfort, Schmerzen, Dauer der Arbeitsunfähigkeit, klinisches Rezidiv sowie venöse Funktionsparameter richtet.
Bei zu Grunde legen dieser Kriterien schneiden die endoluminalen Verfahren in der Tat z. T. besser ab oder zumindest nicht schlechter als die Varizenoperation.
Ein entscheidender Faktor wird von T. Proebstle jedoch ausgeklammert – nämlich die postoperative Refluxrate im Crossenbereich. Diese ist bei gekonnter Operation deutlich niedriger als nach endoluminalen Verfahren. Die offene Frage bleibt somit bestehen, was aus diesen Crossenrefluxen nach 5 – 8 Jahren wird. Dieses ist nämlich die Zeit nach der ein klinisch bemerkbares Crossenrezidiv auftritt.


Der Vortrag von D. Stenger befasste sich mit speziellen Fragen der Parva-Crossektomie und besonders mit dem Problem, in welchem Prozentsatz eine exakte niveaugleiche Ligatur der V. saphena parva and der V. popl. vorgenommen werden kann. Zusätzlich befasst er sich mit der Frage, mit welcher Frequenz Gastrocnemiusvenen auftreten und ligiert werden müssen und wie häufig dadurch Muskelvenenthrombosen auftreten. Zusätzlich hat er die Einmündungshöhe der Parva in die V. poplitea dokumentiert. Diese liegt im Schnitt ca. 3,6 cm oberhalb der Beugefalte des Knies.
Durch eine sehr subtile Präparation konnte Stenger in nahezu 90 % eine niveaugleiche Parva-Ligatur vornehmen.
Bei 39 von 55 Beinen fand sich eine intraoperativ in das zentrale 3 cm lange Parva-Segment einmündende Muskelvene. Nach Ligatur dieser Venen kam es in 6,1 % der Fälle zu einer klinisch nicht relevanten Muskelvenenthrombose.

Die Sitzung über die kongenitalen vaskulären Malformationen hatte höchstes Niveau. Hier konnte man sich über die Klassifikation und den genetischen Ursprung etlicher angeborener Anomalien auf den neusten Stand bringen lassen. Auch die Diagnostik, die neuen konservativen und invasiven Therapien wurden klar dargestellt.

In den Vorträgen zur Kompression wurde mit manchem alten Zopf aufgeräumt. Kompressionsdrucke und Kompressionsdauer wurden hinterfragt und Ausblicke auf neue Textiltechnologien wurden gegeben.


Ratschow Medaille des Curatorium Angiologiae Internationalis an Professor H. A. M. Neumann Ratschow Medaille für
Professor H. A. M. Neumann

Am späten Vormittag kam dann die internationale Sitzung, in der der Paradigmenwechsel in der Phlebologie aus dem Blickwinkel vier verschiedener Nationen beleuchtet wurde. Bevor es so weit war, wurde aber die Ratschow Medaille des Curatorium Angiologiae Internationalis an Professor H. A. M. Neumann aus Rotterdam für sein Lebenswerk verliehen. Diese Auszeichnung ging an einen Wissenschaftler, der in einzigartiger Weise Grundlagenforschung im Bereich der Kompression durchgeführt hat.

Seine Dankesrede begann Professor Neumann dann mit seinen Überlegungen und Forschungen auf dem Gebiet der Kompression. Er spannte dann aber gleich den Bogen zur Betrachtung der Veränderungen in der phlebologischen Landschaft der Niederlande. Die dortigen Umwälzungen konnten durchaus parallel zu denen in Deutschland gesehen werden.


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DGP Jahrestagung 2016 Dresden

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie findet vom 7.-10.9.2016 in Dresden unter dem Motto „Wissen schaf(f)t Brücken“ statt.

www.angio-phlebo-logie-2016.net