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J. L. Gillet - Präsident der französischen Gesellschaft für PhlebologieJ. L. Gillet - Präsident der französischen
Gesellschaft für Phlebologie

Als nächster Redner trat J. L. Gillet, Präsident der französischen Gesellschaft für Phlebologie, auf, der durchaus unterschiedliche Tendenzen zu unserer Phlebologieentwicklung zeigte. Vor allem stach heraus, dass die Phlebologie in Frankreich im Gegensatz zu Deutschland hauptsächlich von Internisten betrieben wird.

Prof. Rabe schilderte dann den Wechsel in der deutschen Phlebologie, der vor allen Dingen durch eine neue Methodenvielfalt, eine Wendung zur ambulanten Therapie und einer immer besseren wissenschaftlichen Aufstellung der deutschen Phlebologie hervorsticht.


Prof. Néglen schilderte dann den Gang in den USA, wobei er zunächst höchst amüsant die unterschiedlichen Charaktere der Phlebologen in den einzelnen hier besprochenen Ländern darlegte. In dieser Charakterisierung wurden auch sehr unterschiedliche Denkansätze geschildert, wobei er klar herausarbeitete, wie sehr in den USA die Entwicklung durch wirtschaftliche Interessen unterschiedlicher Player in der Phlebologie geprägt wurde.

Prof. P. Negeln wusste harte Fakten humorvoll zu präsentieren und erhielt dafür einen der Rednerpreise.Prof. P. Negeln wusste harte Fakten
humorvoll zu präsentieren und erhielt
dafür einen der Rednerpreise.
Prof. S. Schellong erhielt den zweiten Rednerpreis für seine brillante Darstellung hochkomplexer pharmakologischer ZusammenhängeProf. S. Schellong erhielt den zweiten
Rednerpreis für seine brillante Darstellung
hochkomplexer pharmakologischer
Zusammenhänge


In einer gemeinsamen Sitzung mit der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) ging es um die Arbeit der VOP-AG, die ihre Multizenterstudie zum operativen Verfahren aufgelegt hat. Weiter ging es um Techniken der Venenklappen-Rekonstruktion im 10-Jahres-Update sowie über diverse Formen der invasiven Thrombose-Behandlung. Hier handelt es sich um Verfahren, die bei guter Indikationsstellung und in wenigen Fällen angewandt für die Patienten ein postthrombotisches Syndrom vermeiden sollen. Aus Bad Bertrich wurde über mehr als 200.000 Eingriffe in Lokal-Anästhesie berichtet, sicher das größte Kollektiv, das je in einem Einzelzentrum erfasst wurde.

Prof. H.-H. Eckstein wusste in der DGG-Sitzung eine heiße Diskussion zu strukturierenProf. H.-H. Eckstein wusste in der
DGG-Sitzung eine heiße Diskussion
zu strukturieren

In einer Sondersitzung zur Lebensqualität wurde als erstes epidemiologisch herausgearbeitet, welche Bevölkerungsgruppen sich überhaupt behandeln lassen. Danach ging es um die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Diätformen, Adipositas und gleichzeitiger Lipohyperthrophie. Auch die Lebensqualität von Patienten mit Armvenen-Thrombosen kam zur Sprache sowie die Frage, wie man die Lebensqualität von Ulkuspatienten mit verschiedenen Formen der Kompression positiv beeinflussen kann.

 


Frau S. Reich-Schupke moderierte als Vorsitzende diese Sitzung zusammen mit Frau G. Faerber. Sie fasst diese Sitzung wie folgt zusammen:

Es gab zwei spannende Vorträge zur Adipositas und zur Frage, ob das Lipödem und die Lipohypertrophie tatsächlich so weit voneinander entfernt sind. Frau G. Faerber konnte anhand von Patientenbeispielen sehr schön zeigen, dass die Fettpolster an Po und Oberschenkeln bei einer Reihe von Patienten unter low-carb-Diät und Sonolipolyse schrumpfen und sich enorme Gewichtsverluste bei entsprechender Compliance erreichen lassen.

Der Referent Herr Czihal, München ist nicht erschienen


Dr. A.H. Kamhawy nahm wohlgelaunt eines der Reisestipendien der Firma Kreussler entgegen.Dr. A.H. Kamhawy nahm wohlgelaunt
eines der Reisestipendien der
Firma Kreussler entgegen.

Frau A. Andriessen aus Malden konnte in einer extrem aufwändigen und sehr gut konzipierten Studie aus Hongkong (Kompression 4-Lagen vs. Kompression 2- Lagen vs. keine Kompression) an ca. 350 Patienten zeigen, dass die Abheilung von Ulzera crura tatsächlich wesentlich durch die Kompressionstherapie beeinflusst wird und dass, v.a. in den wärmeren Regionen ein deutlicher Benefit von klassischen Kurzzugverbänden mit Unterpolsterungen gegenüber Mehrlagenverbänden mit adhäsiven Binden besteht. Die entsprechend behandelten Patienten profitierten sowohl bzgl. Lebensqualität, Schmerzen, Ödemreduktion, Ulkusabheilung.

Frau S. Reich-Schupke diskutierte anhand von 2605 ausgewerteten Datensätzen, die Therapiefolgsamkeit von Varizenpatienten. Es ist in den Behandlungsplan einzubeziehen, dass etwa 1/3 der Patienten trotz entsprechender phlebologischer Therapieempfehlung nicht zeitnah zur Behandlung erscheinen. Die Therapiebereitschaft scheint bei Frauen höher zu sein als bei Männern und scheint mit der Schwere des Befundes zuzunehmen.

Der Tag fand mit der Mitgliederversammlung der DGP einen Ausklang.

Nach zwei ereignis- und diskussionsreichen wissenschaftlichen Programmtagen war es an der Zeit, sich an dem Festabend in der Großen Orangerie des Schlosses Charlottenburgs zu entspannen, was in einer traumhaft schönen Atmosphäre mit Musik, viel Humor und Tanz gut gelang.


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