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Kostenübernahme der Liposuktion beim Lipödem im Stadium III zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie zur Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über die Kostenübernahme der Liposuktion beim Lipödem im Stadium III zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen

Das Lipödem ist eine Erkrankung, die gekennzeichnet ist durch Schmerzen sowie eine Disproportion zwischen einem schmalen Rumpf und Extremitäten mit vermehrtem, berührungsempfindlichem Unterhautfettgewebe.

Im Stadium I der Erkrankung ist die Haut glatt, im Stadium II wird sie uneben mit deutlicher Dellenbildung. Im Stadium III finden sich Hautlappen und Überhänge, so genannte „Wammen“ . Die Entwicklung vom Stadium I zum Stadium II oder III korreliert mit der Gewichtszunahme, wobei die Stadieneinteilung lediglich die Zunahme der Gewebeveränderungen beschreibt und keinerlei Aussage über die Beschwerdeintensität erlaubt. Die Beschwerden nehmen in der Regel durch Gewichtszunahme zu, können sich nach Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion aber auch wieder bessern.

Ab einem BMI über 32 ist kaum mehr zu unterscheiden, ob die Beinform dem Übergewicht oder dem Lipödem geschuldet ist. Die „Waist-to-Height-Ratio“ (WHtR) kennzeichnet das Verhältnis zwischen Taille und Körpergröße (Taillenumfang in cm / Größe in cm) und ermöglicht bei Werten über 0,5 die Feststellung einer Adipositas.

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Kostenübernahme für die Liposuktion ausschließlich im Stadium III bis zu einem BMI von 40 kg/m2 unter Auflagen genehmigt. Da es sich beim Lipödem im Stadium III ohne begleitende Adipositas um ein relativ seltenes Krankheitsbild handelt, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie die zusätzliche Dokumentation der WHtR als Entscheidungsgrundlage. Leider ist die vom G-BA geplante Studie zur Wirksamkeit der Liposuktion bei Lipödem noch nicht abgeschlossen, daher wissen wir heute nicht, ob diese Maßnahme für die Patientinnen sinnvoll ist.

Auf der Grundlage des G-BA-Beschlusses kann nunmehr Patientinnen, die aufgrund ihres Lipödems im Stadium III eine ausgeprägte Bewegungseinschränkung aufweisen, schneller geholfen werden.

Voraussetzung für die Liposuktion ist allerdings, dass eine sechsmonatige konservative Therapiephase nicht zum Erfolg geführt hat. Diese beinhaltet das konsequente Tragen flachgestrickter Kompressionshilfsmittel, Bewegungstherapie und im Falle der begleitenden Adipositas (BMI > 30 kg/m2) eine Ernährungsumstellung mit dem Ziel, über 6 Monate mindestens eine Gewichtsstabilität nachzuweisen.

Bei einem BMI zwischen 35 und 40 kg/m2 muss zusätzlich eine leitliniengerechte Adipositastherapie eingeleitet werden, da ein nachhaltiger Erfolg der Liposuktion ohne Gewichtsreduktion nicht zu erwarten ist. Bei einem BMI über 40 kg/m2 wird keine Liposuktion mehr erstattet, da hier die Adipositas im Vordergrund steht und entsprechend behandelt werden muss.

Die Indikation zur Liposuktion können laut G-BA Beschluss Fachärzte für Plastische Chirurgie und chirurgisch tätige Fachärzte stellen. Die Prüfung der Indikationskriterien sowie die Verordnung und Organisation der nach der Liposuktion erforderlichen Behandlung in Form von Lymphdrainagen und Kompression ist Bestandteil der ärztlichen Leistung des jeweiligen Operateurs.

 

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