Covid-19 Update

Covid-19: Kostenfreies Update exklusiv für Ärztinnen und Ärzte

7. April 18:00 bis 19:00 Uhr mit den Fokusthemen Intensivmedizin und Schwangerschaft

Hier gelangen Sie direkt zum Beitrag: COVID-19 Update: News - Intensivmedizin - Schwangerschaft

9. April 14:00 bis 15:00 Uhr mit den Fokusthemen Hygiene und Psyche

Hier gelangen Sie direkt zum Beitrag: COVID-19 Update: News - Hygiene - Psyche

 

Im Nachgang stehen die Sendungen als Video-on-Demand jederzeit auf der Plattform zur Verfügung.

Die Sendung ist kostenfrei für Ärzte und Ärztinnen!

Weiter lesen
  • Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland: Bitte registrieren Sie sich als Arzt oder Angehöriger der Fachkreise auf der Online-Plattform streamed-up.com mit ihrer EFN-Nummer oder einem gleichwertigen Nachweis.
  • Kolleginnen und Kollegen aus Österreich / Schweiz: Bitte registrieren Sie sich als Arzt oder Angehöriger der Fachkreise auf der Online-Plattform streamed-up.com mit ihrer Visitenkarte, Approbation oder einem gleichwertigen Nachweis.
  1. Kostenfrei auf streamed-up.com mit Ihrer EFN oder vergleichbarem Nachweis registrieren
  2. Kategorie »Covid-19« auswählen
  3. Gewünschten Beitrag als Livestream verfolgen oder als »Video-on-Demand« ansehen

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Patienteninformation zur salinen Krampfaderentfernung bzw. Kochsalzverödung

Der Mythos der „sanften“ Krampfaderentfernung ohne Komplikationen

Aktuell wird besonders von Heilpraktikern für die „sanfte“ oder „saline“ Krampfaderentfernung (auch Kochsalzverödung genannt) durch Injektion einer hochprozentigen Kochsalzlösung geworben. Die Behandlung soll nicht nur besonders sanft sein, sondern im Gegensatz zu allen anderen Therapien auch keine Komplikationen verursachen. Wir - als Venenfachärzte - möchten Sie über die Kochsalzmethode aufklären.

Weiter lesen

Ist die Kochsalzlösung ein zugelassenes Sklerosierungsmittel?

Bei der Sklerotherapie (Verödung) wird ein Medikament, das so genannte Sklerosierungsmittel, in die Besenreiser und Krampfadern eingespritzt. Durch das Sklerosierungsmittel wird die erkrankte Vene durch körpereigene Prozesse in einen Bindegewebsstrang umgewandelt und mit der Zeit abgebaut. Dadurch verschwinden auch die Beschwerden.

Die hochprozentige Kochsalzlösung (10%ig bis 27%ig) ist zwar ein Sklerosierungsmittel, aber nicht zur Behandlung von Beseneisern und Krampfadern zugelassen.

In Deutschland ist als Sklerosierungsmittel der Wirkstoff Polidocanol zugelassen. Wirksamkeit und Sicherheit dieses Arzneimittels sind durch zahlreiche klinische Studien bewiesen. Heilpraktiker dürfen das verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht beziehen.

Ist die Kochsalzverödung eine „sanfte“ Krampfaderbehandlung?

Nein, das Gegenteil ist der Fall. Die Injektion von hochprozentiger Kochsalzlösung führt nachweislich zu minutenlangen Schmerzen und Muskelkrämpfen bei und nach der Injektion. Mehrere Studien zeigen, dass sowohl die Schmerzhaftigkeit als auch die Häufigkeit von Gewebezerstörungen und Geschwüren im Injektionsbereich deutlich höher sind als mit anderen Sklerosierungsmitteln.

 Ist die Kochsalzbehandlung natürlich und daher anderen Methoden vorzuziehen?

Es stimmt, dass Kochsalzlösung im menschlichen Körper in einer Konzentration von etwa 0,9% vorkommt. Eine 10%ige bis 27%ige Kochsalzlösung, wie sie zur Behandlung von Krampfadern verwendet wird, kommt jedoch nicht im Körper vor und ist nicht natürlich. Zu viel Kochsalz kann sogar schädlich sein und zu ernsten Komplikationen führen. Das zeigt sich in der Natur schon daran, dass in hochkonzentrierten Salzseen außer einigen Bakterien und Algen keine anderen Organismen überleben können.

Ist die Kochsalzlösung bei Krampfadern wirksam?

Die hochkonzentrierte Kochsalzlösung ist ein relativ schwaches Sklerosierungsmittel und bei Krampfadern mit einem Durchmesser von mehr als 3 bis 4 mm ist laut Studien von keiner Wirksamkeit auszugehen. Es gibt keine Studien, die eine Wirksamkeit der Kochsalzlösung bei der Behandlung von Seitenästen und Stammvenen zeigen konnten, daher ist von Kochsalzlösung bei größeren Krampfadern abzuraten.

Kochsalzlösung wird in den medizinischen Leitlinien zur Behandlung von Besenreisern und Krampfadern nicht als Therapieoption erwähnt oder empfohlen.

Ist die Krampfaderbehandlung mit hochkonzentrierter Kochsalzlösung schmerzhaft?

Schmerzen und Muskelkrämpfe bei und nach der Injektion sind typisch für die Kochsalzlösung. Die Muskelkrämpfe können minutenlang nach der Injektion anhalten und als Muskelschmerzen wahrgenommen werden. Mehrere Studien zeigen, dass die Schmerzhaftigkeit von Kochsalzlösung deutlich höher ist als mit anderen Sklerosierungsmitteln. Kochsalzlösungen verursachen zudem nachweislich häufiger Gewebezerstörungen und Geschwüre im Vergleich mit z. B. Polidocanol.

Daher haben weniger schmerzhafte und besser verträgliche Sklerosierungsmittel die Kochsalzlösung weltweit verdrängt.

 Können bei der Kochsalzverödung Nebenwirkungen auftreten?

Ja, Nebenwirkungen können nachweislich auch nach der Kochsalzmethode auftreten, insbesondere nach der Behandlung größerer Krampfadern. Das Wirkprinzip ist bei allen Sklerosierungsmitteln gleich und daher können auch nach der Behandlung mit hochkonzentrierter Kochsalzlösung u. a. Thrombosen der tiefen Beinvenen, Lungenembolien, Nervenverletzungen und Hautverfärbungen vorkommen. Nach Injektion von größeren Mengen kann Kochsalzlösung zusätzlich das Ionen-Gleichgewicht im menschlichen Körper verschieben und zu ernsten Komplikationen führen.

Prinzipiell treten ernsthafte Komplikationen bei ordnungsgemäßer Durchführung der Sklerotherapie durch einen Venenfacharzt sehr selten auf.

Können mit der Kochsalzlösung Allergien auftreten?

Allergien sind bei reiner Kochsalzlösung sehr unwahrscheinlich. Dies gilt allerdings nur, sofern der Lösung keine örtlichen Betäubungsmittel wie z. B. Lidocain gegen die bei der Injektion auftretenden Schmerzen hinzugesetzt wurden. Diese können durchaus Allergien auslösen. Allergische Reaktionen können bei anderen Sklerosierungsmitteln zwar auftreten, sind aber äußerst selten.

Können bei der Therapie mit Kochsalzlösung Thrombosen auftreten?

Ja, tiefe Beinvenenthrombosen können nach Anwendung aller bekannten Behandlungsmethoden für Krampfadern und auch mit allen Sklerosierungsmitteln auftreten, also auch mit der Kochsalzlösung. Insgesamt sind das aber seltene Nebenwirkungen, die - wenn sie auftreten - vom Arzt schnell und gut beherrscht werden können.

Schadet viel Kochsalz dem Körper?

Viel ist immer relativ, aber auch Kochsalz kann giftig sein. Etwa 100 bis 150 g Kochsalz über den Tag verteilt (10 Esslöffel Speisesalz) können beim erwachsenen gesunden Menschen tödlich enden, beim Kleinkind bereits 1 Esslöffel. Nach Injektion von größeren Mengen - wie bei der Krampfaderbehandlung üblich - kann die Kochsalzlösung das Ionen-Gleichgewicht im menschlichen Körper verändern und insbesondere bei Nieren und Herzerkrankungen und hohem Blutdruck zu ernsten Komplikationen wie Schock oder Herzstillstand führen.

Ist vor der Behandlung von Krampfadern eine Ultraschalluntersuchung wichtig?

Eine gute Diagnostik ist auf jeden Fall Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Dazu zählt auch eine Ultraschalluntersuchung der Venen durch einen ausgebildeten Arzt. Sogar bei Besenreisern können tiefer liegende Probleme vorhanden sein, die mitbehandelt werden müssen und ohne Ultraschalluntersuchung übersehen werden können. Eine Bestimmung des Venenstatus durch einen Venenfacharzt oder Phlebologen ist daher empfehlenswert.

Von wem sollte man Krampfadern behandeln lassen?

Neben einer guten Diagnostik sind ein umfangreiches Wissen über Venen und eine optimale Behandlungstechnik essentiell für den Erfolg und die Sicherheit der Krampfadertherapie. Größere Krampfadern sollten nur unter Ultraschallkontrolle behandelt werden, so dass z. B. die unbeabsichtigte Injektion in eine Arterie oder an einen Nerv ausgeschlossen werden kann. Optimal ausgebildet für die Therapie von Krampfadern sind der Venenfacharzt oder ein phlebologisch tätiger Arzt, der aus den verschiedenen anerkannten Therapieoptionen die optimale Behandlung für den jeweiligen Patienten auswählen kann. Sollten nach einer Behandlung Komplikationen wie Schwellungen des Beines oder Schmerzen auftreten, sollte man auf jeden Fall unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Gemeinsam in Leipzig: Phlebologie national & international

Das Vorprogramm zur Jahrestagung in Leipzig vom 2.-5.9.2020 ist online!

Verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck über die zahlreichen Vorträge, Workshops und Kurse in unserem Vorprogramm.

Darüber hinaus ist die Online-Anmeldung freigeschaltet - Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit für Ihre Anmeldung.

Kostenübernahme der Liposuktion beim Lipödem im Stadium III zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie zur Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über die Kostenübernahme der Liposuktion beim Lipödem im Stadium III zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen

Das Lipödem ist eine Erkrankung, die gekennzeichnet ist durch Schmerzen sowie eine Disproportion zwischen einem schmalen Rumpf und Extremitäten mit vermehrtem, berührungsempfindlichem Unterhautfettgewebe.

Weiter lesen

Im Stadium I der Erkrankung ist die Haut glatt, im Stadium II wird sie uneben mit deutlicher Dellenbildung. Im Stadium III finden sich Hautlappen und Überhänge, so genannte „Wammen“ . Die Entwicklung vom Stadium I zum Stadium II oder III korreliert mit der Gewichtszunahme, wobei die Stadieneinteilung lediglich die Zunahme der Gewebeveränderungen beschreibt und keinerlei Aussage über die Beschwerdeintensität erlaubt. Die Beschwerden nehmen in der Regel durch Gewichtszunahme zu, können sich nach Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion aber auch wieder bessern.

Ab einem BMI über 32 ist kaum mehr zu unterscheiden, ob die Beinform dem Übergewicht oder dem Lipödem geschuldet ist. Die „Waist-to-Height-Ratio“ (WHtR) kennzeichnet das Verhältnis zwischen Taille und Körpergröße (Taillenumfang in cm / Größe in cm) und ermöglicht bei Werten über 0,5 die Feststellung einer Adipositas.

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Kostenübernahme für die Liposuktion ausschließlich im Stadium III bis zu einem BMI von 40 kg/m2 unter Auflagen genehmigt. Da es sich beim Lipödem im Stadium III ohne begleitende Adipositas um ein relativ seltenes Krankheitsbild handelt, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie die zusätzliche Dokumentation der WHtR als Entscheidungsgrundlage. Leider ist die vom G-BA geplante Studie zur Wirksamkeit der Liposuktion bei Lipödem noch nicht abgeschlossen, daher wissen wir heute nicht, ob diese Maßnahme für die Patientinnen sinnvoll ist.

Auf der Grundlage des G-BA-Beschlusses kann nunmehr Patientinnen, die aufgrund ihres Lipödems im Stadium III eine ausgeprägte Bewegungseinschränkung aufweisen, schneller geholfen werden.

Voraussetzung für die Liposuktion ist allerdings, dass eine sechsmonatige konservative Therapiephase nicht zum Erfolg geführt hat. Diese beinhaltet das konsequente Tragen flachgestrickter Kompressionshilfsmittel, Bewegungstherapie und im Falle der begleitenden Adipositas (BMI > 30 kg/m2) eine Ernährungsumstellung mit dem Ziel, über 6 Monate mindestens eine Gewichtsstabilität nachzuweisen.

Bei einem BMI zwischen 35 und 40 kg/m2 muss zusätzlich eine leitliniengerechte Adipositastherapie eingeleitet werden, da ein nachhaltiger Erfolg der Liposuktion ohne Gewichtsreduktion nicht zu erwarten ist. Bei einem BMI über 40 kg/m2 wird keine Liposuktion mehr erstattet, da hier die Adipositas im Vordergrund steht und entsprechend behandelt werden muss.

Die Indikation zur Liposuktion können laut G-BA Beschluss Fachärzte für Plastische Chirurgie und chirurgisch tätige Fachärzte stellen. Die Prüfung der Indikationskriterien sowie die Verordnung und Organisation der nach der Liposuktion erforderlichen Behandlung in Form von Lymphdrainagen und Kompression ist Bestandteil der ärztlichen Leistung des jeweiligen Operateurs.

 

Save the Date - Jahrestagung der DGP vom 2.-5.9.2020 in Leipzig

Vom 2.-5. September 2020 findet die 62. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in Leipzig unter dem Motto „Gemeinsam in Leipzig“ – Phlebologie national und international mit dem Kongresspräsidenten Dr. Tobias Hirsch statt.

Der interdisziplinäre Austausch wird gewährleistet durch die Teilnahme anderer wissenschaftlicher  achgesellschaften wie der DGA, der DGG, DGL und der DGfW/ICW. Die Interprofessionalität spiegelt sich in gemeinsamen Sitzungen mit Pflegekräften und medizinischen Fachangestellten wider.

Inhaltlich wird das Programm einen weiten Bogen spannen. Klassische phlebologische Themen wie die  Kompressionstherapie, Sklerosierungsbehandlungen und die endovenöse oder operative Verfahren finden ihren angestammten Platz ebenso wie die Beantwortung von Fragen zu Thrombose, Thromboembolie,  Lymphödem und zu Erkrankungen, die der Phlebologe differentialdiagnostisch im Blick behalten sollte. Behandlung chronischer Wunden und Ernährung sind wichtige Themen, die weitere Schwerpunkte bilden. Darüber hinaus runden Hands-on Workshops das Programm ab.

Seite teilen

https://www.phlebology.de/aerzte/aktuelles/mitteilungen/